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Pressemitteilung 02/08


Berlin/Leonberg, 01. Oktober 2008


BdRA sieht in der Kreditkrise Berufsverbände gefordert


Berufsverband sieht seine Zielsetzungen durch geplante EU-Regulierung bestätigt



Der Bundesverband der Ratinganalysten und Ratingadvisor e.V. (BdRA) sieht seine Ziele durch das Vorhaben der Europäischen Kommission bestätigt. Die Europäische Kommission plant verbindliche Regelungen für Ratingagenturen, um sicherzustellen, dass Ratings frei von Interessenkonflikten als verlässliche Urteile erstellt und veröffentlicht werden. Verhaltensgrundsätze im Rating gehören zu den konstituierenden Elementen des BdRA, der als erster Berufsverband für Ratinganalysten und Ratingadvisor seit 1999 die Einhaltung von Mindeststandards fordert und durch seine Mitglieder praktiziert.

Die Europäische Kommission hatte am 31. Juli 2008 zwei Konsultationspapiere zu den Kreditratingagenturen veröffentlicht und bis zum 5. September die Meinung aller interessierten Kreise eingeholt. Hier wird die Annahme einer Reihe von Regelungen vorgeschlagen, mit denen Anforderungen an die Zulassung und Ausübung der Tätigkeit von Ratingagenturen verbindlich eingeführt werden sollen. Mit dem Kommissionsvorschlag soll vor allem gewährleistet werden, dass Ratings verlässliche und korrekte Informationen für die Anleger liefern. So sollen Ratingagenturen Interessenkonflikte vermeiden und künftig die Transparenz hinsichtlich der eingesetzten Ratingmethoden verbessern.

Der Bundesverband der Ratinganalysten und Ratingadvisor e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Berufsstand der Ratinganalysten und Ratingadvisor sowie die Verbreitung von Ratings an den Finanzmärkten zu fördern. Zu diesem Zweck hat der Verband schon frühzeitig ein Berufsbild und eine Berufsordnung entwickelt.

Die Verpflichtung zur Einhaltung der Verhaltensgrundsätze des Bundesverbandes gehört zu den Voraussetzungen der Mitgliedschaft im Berufsverband. Der BdRA spricht sich daher in seiner Stellungnahme an die Europäische Kommission für die Stärkung des berufsständischen Gedankens aus, Ratingagenturen zur Aus- und Weiterbildung ihrer Analysten anzuhalten und für den Nachweis ausreichender Qualifikationen zu sorgen.

In der Weiterbildung verfolgt der BdRA durch die Akkreditierung von Ausbildungsgängen seit Jahren das Ziel, eine hohe Fachkompetenz der Ratinganalysten und Ratingadvisor sicherzustellen. Erfolgreiche Absolventen der vom Bundesverband akkreditierten Studiengänge können sich als „Certified Rating Analyst (BdRA)“ oder als „Certified Rating Advisor (BdRA)“ bestellen lassen.

Der BdRA sieht in der Mitgliedschaft von Ratingagenturen in einer berufsständischen Organisation einen wichtigen Beitrag zur Kommunikation und Meinungsbildung. Dies wäre ein wichtiger Schritt in Richtung auf das Ziel, eine Plattform zur Weiterentwicklung von Branchenstandards zu schaffen. Darüber hinaus will der Berufsverband durch eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit dazu beitragen, den Gedanken des Ratings „herüberzubringen“ und dabei auch die Grenzen seiner Aussagefähigkeit deutlich zu machen.

Dieses Mehr an Transparenz schafft Vertrauen. Und Vertrauen schafft Kapital. Der Bundesverband will durch seine Arbeit dazu beitragen, dieses „Vertrauenskapital“ zu mehren. Wir spüren heute alle, dass wir dieses Vertrauen dringend brauchen.


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